Merkels Äußerungen lassen den Euro fallen

Daniela Hoffmann12/Jun/2015Devisenmarkt

Angela Merkel schickte den Euro am heutigen Freitag gegenüber den anderen Währungen auf Talfahrt und verstärkte zusätzlich den Druck auf die Gemeinschaftswährung, nachdem das Team des internationalen Währungsfonds (IWF) die Verhandlungen zu Griechenlands Schuldenkrise letzte Nacht vorzeitig verlassen hatten.

Die Bundeskanzlerin behauptete in einem Schritt, der den Wert des Euros herunterzureden schien, dass die Einheitswährung „zu stark“ sei und es den Ländern in der Eurozone wie Spanien und Irland erschwere, Vorteile aus Reformen zu ziehen. Bei einer Versammlung der Wirtschaftsführer in Berlin warnte Merkel die Europäische Zentralbank davor, dass das Fehlen geldpolitischer Maßnahmen zu einer anhaltenden Deflation oder Deflationsspirale führen könnte.

Zum Thema der entscheidenden fortlaufenden Verhandlungen in Griechenland zeigte sich die Kanzlerin optimistisch hinsichtlich einer Einigung und behauptete, „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.“ Deutsche Vertreter blieben heute morgen trotz der mangelnden Geduld des IWF-Teams weiterhin entschlossen, die Zusammenarbeit mit Griechenland fortzuführen.

Der Euro fiel nach den Äußerungen um 0,5 % gegen den US-Dollar (Abbildung 1) und das britische Pfund und erreichte den niedrigsten Kurs seit zehn Jahren gegen die britische Währung.

Abbildung 1: Intra-day EUR/USD (12.06.15)
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Quelle: Reuters Datum: 12.06.15 Uhrzeit: 11.00 BST

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Verfasst von Daniela Hoffmann

German Marketing Executive bei Ebury. Magister Artium in Amerikanistik, Germanistik und Rechtswissenschaften an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.