Devisenmärkte und Federal Reserve warten auf den US Arbeitsmarktbericht

Enrique Díaz-Álvarez03/Nov/2015Devisenmarkt

Das Hauptaugenmerk der US Dollar Händler liegt in dieser Woche zweifelsohne auf der Veröffentlichung der US Arbeitsmarktdaten (Nonfarm Payrolls) am Freitag, die ausschlaggebend für die weitere Entwicklung des USD sind.

Auf der geldpolitischen Oktobersitzung der Federal Reserve in der letzten Woche blieb das Federal Open Market Committee im Einklang mit unserer Ansicht einer datenabhängigen Zinserhöhung im Dezember. Die Fed deutete explizit darauf hin, dass für die Entscheidung über eine Anhebung der Leitzinsen sowohl die bisher erzielte, als auch die zu erwartende Entwicklung in Bezug auf maximale Beschäftigung und eine Inflation in Höhe von 2% von dem FOMC betrachtet wird.

Diese Kommentare deuten unserer Meinung nach darauf hin, dass es nur zu einer Zinserhöhung im Dezember kommt, sofern es keine bösen Überraschungen bei der Veröffentlichung der nächsten beiden Arbeitsmarktberichte gibt. Der erste Bericht wird diesen Freitag, der zweite in der ersten Dezemberwoche veröffentlicht.

Der letzte Arbeitsmarktbericht war extrem enttäuschend. Die neu geschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft betrugen im September lediglich 143.000. Außerdem wurden die Zahlen aus Juli und August nach unten revidiert (Grafik 1).

Grafik 1: US Nonfarm Payrolls mit 12-monatigem Durchschnitt (2010 – 2015)

Arbeitsmarktbericht

Quelle: Thomson Reuters Datastream Date: 03/11/2015

Diese Zahl lag deutlich unterhalb der erwarteten Schaffung von neuen Stellen in Höhe von mehr als 200.000, an die der Markt sich mittlerweile gewöhnt hatte. Dies war einer der wichtigsten Gründe, weshalb die Fed die Zinsen im Oktober nicht erhöht hat. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert, während das Gehaltsniveau zum zweiten Mal dieses Jahr nicht zunahm. Diese enttäuschenden Zahlen führten zu einer Abwertung des US Dollars von mehr als 1% gegenüber den wichtigsten Währungen.

Wie bei jedem Arbeitsmarktbericht, weithin als wichtigster monatlicher Konjunkturindikator betrachtet, werden unvorhersehbare und starke Marktbewegungen zur Veröffentlichung um 13.30 GMT am Freitag erwartet.

Wir gehen davon aus, dass jegliche Veröffentlichung unter 180.000 Stellen zu einem signifikanten Ausverkauf des US Dollars und zu einer Verzögerung bei der Erhöhung der Leitzinsen kommen wird. Sollten die Arbeitsdaten hingegen über dem Niveau liegen wird die Notenbank die Zinsen im Dezember erhöhen und somit eine starke Unterstützung für den US Dollar bieten.

Wir erwarten, dass die Federal Reserve am 16. Dezember die Zinsen erhöhen wird, sofern es keine negativen Überraschungen bei der Veröffentlichung der nächsten beiden Arbeitsmarktberichte gibt. Davon sollte der US Dollar gegenüber allen wichtigen Währungen profitieren.

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Verfasst von Enrique Díaz-Álvarez

Chief Risk Officer bei Ebury. Engagiert sich für maßgeschneiderte Strategien zur Minderung von Wechselkursrisiken, detaillierte Markteinsichten und FXFC-Prognosen für Bloomberg.