US Dollar erreicht neue Höchststände während die Märkte eine quantitative Lockerung der EZB erwarten

Enrique Díaz-Álvarez30/Nov/2015Devisenmarkt

Der Thanksgiving Feiertag in den USA hat die dominierenden Trends im Währungsmarkt im November nicht verändert. Der US Dollar stieg auf ein Mehrjahreshoch gegenüber sämtlichen Hauptwährungen, während die Erwartungen über umfangreiche geldpolitische Lockerungen seitens der Europäischen Zentralbank steigen, und Rohstoffpreise das Ende der Talfahrt weiterhin nicht erreichten.

Europäische Währungen verloren gegenüber dem US Dollar weiterhin ihren Halt. EUR/USD nähert sich den Tiefstständen von 1,06 die wir zuletzt während der Griechenland Krise gesehen hatten. Einige Marktteilnehmer fragen sich bereits ob die QE Erweiterung bereits eingepreist ist.

Während das britische Pfund eine positive Woche hatte mit Informationen über geringer als erwartete Einschnitte in öffentlichen Ausgaben, wurde dies von wichtigen Ankündigungen anderer G3 Währungen überschattet.

In der kommenden Woche wird es unserer Meinung nach schwer für die EZB sein die Märkte zu überraschen, sodass wir erwarten, dass sich der Euro weiter auf dem aktuellen Level gegenüber den Hauptwährungen bis zum Jahresende bewegt.

Die wichtigsten Währungen im Überblick:

GBP

Die Herbsterklärung hat unsere Erwartungen und auch die des Marktes überrascht. Die Regierung hat angekündigt, dass sie über die nächsten Jahre ihre Staatsausgaben verringern wird. Diese bescheidene Lockerung der Finanzpolitik ist nahezu vollständig ausgeglichen durch Steuererhöhungen. Allerdings hat dies eher in naher Zukunft einen stärkeren Einfluss, so dass die Ankündigung das britische Wirtschaftswachstum unterstützen wird.

Das Pfund Sterling hat nach den Neuigkeiten sofort stark zugelegt, jedoch verblassten diese Ergebnisse zum Ende der vergangenen Woche, als sich der Fokus auf das kommende EZB Meeting verschob. Das britische Pfund beendete die Woche gegen den Euro und den US Dollar leicht rückläufig.

EUR

Während die gesamte Aufmerksamkeit nun auf das kommende EZB Meeting am Donnerstag gerichtet ist, berichtete die Eurozone in der letzten Woche solide Wirtschaftsdaten.

Der Einkaufsmanagerindex überraschte mit einem Anstieg um 0,5 Punkte auf 54,4 moderat positiv und befindet sich nahe dem Fünfjahreshoch. Dies stimmt auch mit einem Wirtschaftswachstum von knapp über 2% überein, obwohl die letzten Istdaten in Umfragen zur Marktstimmung nicht gut abgeschnitten haben.

Dennoch wurden diese positiven Neuigkeiten vom Währungsmarkt überwiegend ignoriert, da der Fokus auf den voraussichtlichen Lockerungen der EZB am Donnerstag liegt. Wir erwarten Handlungen der EZB auf drei Seiten: Expansion des QE Kaufprogramms, Senkung des Einlagenzinssatzes sowie eine Erweiterung der potentiellen Assetklassen innerhalb der EZB Käufe.

USD

Weitere gemischte Nachrichten aus der US Wirtschaft.

Auf der einen Seite stieg zwar das BIP Wachstum im dritten Quartal von ursprünglich erwarteten 1,5% auf 2,1%, jedoch ist dies ausschließlich auf die höheren Lagerbestände zurückzuführen, welche normalerweise über die folgenden Quartale hinweg abgebaut werden.

Auf der anderen Seite war das Handelsdefizit im Oktober besser als erwartet und es scheint als ob der externe Sektor wenigstens im vierten Quartal das US Wachstum nicht mehr mindern wird. Dies ist eine herausragende Leistung vor dem Hintergrund eines stark ansteigenden US Dollars.

Insgesamt scheint die US Wirtschaft in der Lage zu sein die Wachstumsgeschwindigkeit von 2-3% und die stetige Arbeitsplatzschaffung auch angesichts einer Währungsaufwertung und moderat höheren Zinssätzen beizubehalten,, sodass der Federal Reserve eine Erhöhung der Zinsen im Dezember ermöglicht wird.

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Verfasst von Enrique Díaz-Álvarez

Chief Risk Officer bei Ebury. Engagiert sich für maßgeschneiderte Strategien zur Minderung von Wechselkursrisiken, detaillierte Markteinsichten und FXFC-Prognosen für Bloomberg.