Währungsmarkt erwartet signifikante Ankündigung zur quantitativen Lockerung der EZB

Enrique Díaz-Álvarez03/Dec/2015Devisenmarkt

Präsident der EZB, Mario Draghi, wird heute um 14:30 Uhr seine Rede halten.

Wir denken, dass der EZB-Rat die Erweiterung der existierenden geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen verkünden wird.

Wir erwarten eine Erhöhung der Anleihenkäufe von 60 Mrd. EUR auf 80 Mrd. EUR und eine Senkung des Einlagenzinssatzes von -0,2% auf -0,4%. Dies sollte den Euro heute unter Druck setzen, da die Lockerungsmaßnahmen wahrscheinlich schon im Frühjahr 2016 zu einer EUR/USD Parität führen könnten.

Die gestrigen Wirtschaftsdaten mit erneuten, enttäuschenden Inflationsergebnissen in der Eurozone stärken die heutige Entscheidung der EZB. Im letzten Monat sank die Preisteuerungsrate auf nur 0,1% während die Kerninflation, ohne Berücksichtigung des Ölpreis-Absturzes, um nur 0,9% gewachsen ist. Das ist das geringste Wachstum seit drei Monaten.

US Zinssatzentscheidung

Währenddessen bestätigte Janet Yellen die Hoffnungen auf eine Erhöhung der US Zinssätze im Dezember. Yellen sieht sowohl eine Verbesserung der US Wirtschaft als auch Risiken, sollte man eine Erhöhung zu lange hinauszögern. Yellen betonte, dass die Wirtschaftsdaten mit einer Verbesserung des Arbeitsmarktes einhergehen und ist sehr zuversichtlich, dass sich die Inflationsrate zurück zum Ziel bewegt.

Durch die gestrigen, erfreulichen Arbeitsmarktdaten stieg der US Dollar Index um 0,6% und erhöht sich beträchtlich gegen den Euro.

Weitere Entiwcklungen

Das britische Pfund sank gestern um 0,9% gegen den US Dollar. Durch die schwachen Wirtschaftsdaten wird es wohl für die Bank of England ein langer Weg zur Erhöhung der Zinssätze in Großbritannien werden.

Wirtschaftsdaten in der Eurozone deuten weiter auf fehlenden Inflationsdruck hin. Der enttäuschende Verbraucherpreisindex wurde von einem noch schwächeren Herstellerpreis überschattet. Insgesamt ist der Herstellerpreisindex im November um 3,1% gesunken.
Erhalten Sie diese Marktupdates per E-Mail.

Print

Verfasst von Enrique Díaz-Álvarez

Chief Risk Officer bei Ebury. Engagiert sich für maßgeschneiderte Strategien zur Minderung von Wechselkursrisiken, detaillierte Markteinsichten und FXFC-Prognosen für Bloomberg.