G10 Währungen in enger Handelsspanne während die globalen Finanzmärkte weiterhin zurückgehen

Enrique Díaz-Álvarez11/Jan/2016Devisenmarkt

Umgeben von Turbulenzen in den globalen Finanzmärkten und dem historisch schlechtesten Jahresstart von US Aktien, verblieben die G10 Hauptwährungen bemerkenswert resistent. Sie handelten über die Woche hinweg in engen Spannen mit Ausnahme des Japanischen Yens, welcher 2-3% gegenüber dem US Dollar, Euro und das britische Pfund bedingt durch den Status als Fluchtwährung anstieg.

Die Hintergründe waren sehr unterschiedlich in den Rohstoffwährungen wie dem Australischen, Neuseeländischen und Kanadischen Dollar, sowie den Emerging Markets Währungen, welche im Einklang mit risikoreichen Assets weltweit fielen.

Sie werden wahrscheinlich auch die Unsicherheiten um den chinesischen Yuan nicht verpasst haben, die durch Gerüchte über eine weitere, scharfe Abwertung entstanden sind. Wir gehen davon aus, dass die Gerüchte übertrieben sind und denken, dass die chinesischen Autoritäten positiv über den Handelsverlauf des Yuans gestimmt sind solange er, wie bereits im vergangenen Monat angekündigt, im Rahmen gegen die handelsgewichtete Gruppe von Währungen handelt.

Die wichtigsten Währungen im Überblick:

GBP

In der zweiten Woche des Jahres gab es mäßig enttäuschende Daten aus Großbritannien.

Die Stimmungsindikatoren des Einkaufsmanagerindexes fielen aufgrund von Rückläufen in der Dienstleitungs- und Fertigungsindustrie von 55,7 geringfügig auf 55,3. Allerdings steht dieses Niveau immernoch im Einklang mit unseren Erwartungen zum Wachstum in Großbritannien im Bereich von 2-3%.

Ein weiterer interessanter Aspekt ist, dass kleine und mittelständische Unternehmen in der Fertigungsindustrie ein besseres Geschäftsklima als große Firmen erwarten. Dies ist ein Zeichen dafür, dass kleine Unternehmen in der Lage sind sich schneller anzupassen.

Unter allen Umständen sind ein EMI Level oberhalb von 55, eine kontinuierliche Steigerung der Beschäftigungszahlen sowie ein Wachstum von 2-2,5% Grund genug für unsere Annahme eines ersten Zinsanstiegs der Bank of England im dritten Quartal 2016.

Zudem handelte das britische Pfund gegen den Euro im unteren Bereich der aktuellen Handelsspanne von 1,30-1,40, mit Unsicherheit dazu ob die dieswöchige Sitzung des geldpolitischen Ausschusses aufgrund der weltweiten Instabilität des Finanzmarktes eher gemäßigt ausfallen wird.

EUR

Die Daten zur Marktstimmung in der Eurozone aus der letzten Woche passten zu der schwachen Erholung der vergangenen Quartale.

Der Index des EMI Klimas verbesserte sich auf einen Wert von 54, im Einklang mit einem Wachstum von 2%. Allerdings gab es besorgniserregende Entwicklungen in der Inflationsprognose mit einer Inflationsrate, die sich den Erwartungen widersetzt, so dass beide, gemessene Inflationsrate (0,2%) und Kerninflationsrate (0,9%), sinken. Der Deflationsdruck bleibt intakt.

Politische Unruhen entwickeln sich erneut in der Peripherie, mit Spanien inmitten eines abtrünnigen Prozesses und der scheinbaren Unfähigkeit eine Regierung zu bilden.

Diese Faktoren, kombiniert mit weiteren globalen Unsicherheiten am Finanzmarkt lassen uns davon ausgehen, dass der Markt die Wahrscheinlichkeit einer zusätzlichen Erweiterung von Lockerungsmaßnahmen nicht ausreichend einpreist.

USD

Der starke Arbeitsmarktbericht aus den USA für Dezember, der normalerweise der wichtigste Wirtschaftsbericht weltweit ist, wurde von den Finanzmärkten völlig ignoriert.

Die US Wirtschaft wirkt weiterhin gesund. Der Arbeitsmarkt verzeichnete 291.000 neue Arbeitsplätze und die vorausgegangenen Daten wurden um 50.000 Stellen übertroffen. Dieser Wert war stärker als erwartet und auch andere Arbeitsmarktindikatoren wie Arbeitslosigkeit und Beteiligung waren stark, mit Ausnahme von Löhnen, die im Monat eher unverändert blieben.

Wir denken, dass ein gesunder Arbeitsmarkt die beste Garantie dafür ist die US Wirtschaft weiterhin zu stärken, ohne Rücksicht auf externe Faktoren und Fluktuationen am Markt. Wir erwarten, dass die Fed weiterhin die selbe Strategie verfolgt und den US Dollar damit gegen andere Hauptwährungen stärken wird.

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Verfasst von Enrique Díaz-Álvarez

Chief Risk Officer bei Ebury. Engagiert sich für maßgeschneiderte Strategien zur Minderung von Wechselkursrisiken, detaillierte Markteinsichten und FXFC-Prognosen für Bloomberg.