Japanischer Yen sinkt, während Hauptwährungen in enger Handelsspanne bleiben und Emerging Markets Währungen sich erholen

Enrique Díaz-Álvarez01/Feb/2016Devisenmarkt

In der letzten Woche haben sich die Märkte komplett auf die Januar-Sitzung der Federal Reserve fokussiert. Bis am Freitag die Bank of Japan verkündete, dass die Einlagenzinssätze reduziert werden und nun im negativen Bereich liegen – ein Schritt, den wir schon vor einiger Zeit prognostiziert haben.

Darauf haben die globalen Märkte direkt reagiert, so dass der Japanischen Yen gegen alle Währungen deutlich niedriger endete. Diese Neuigkeiten sollten besonders japanische Exporteure begrüßen. Diese Bewegung der Zinssätze zeigt wieder, dass wenn die Federal Reserve dem Markt Liquidität entzieht, dies durch zusätzliche Ankurbelungen der BoJ und der Europäischen Zentralbank wettgemacht wird.

Die Neuigkeiten aus Japan führten zu einem Anstieg vieler Risikoanlagen. Besonders auffallend waren die Rallyes von Öl, Rohstoffen allgemein und Emerging Markets Währungen. Wir haben für Sie einen kurzen Rückblick zur Volatilität und den sehr geringen Preislevels der Schwellenländer angefertigt:
Rückblick: Volatilität – Diese Währungen haben 2015 am meisten Wert verloren

Am Mittwoch hat das FOMC wenige überraschende Neuigkeiten für Unternehmen verkündet. Es besteht weiterhin keine Klarheit über die Wahrscheinlichkeit einer möglichen US Zinserhöhung auf der nächsten Sitzung im März.

Die Handelswoche wird hauptsächlich von Wirtschaftsdaten aus den USA und Großbritannien beeinflusst.

Der diesmonatige Bericht der Bank of England am Donnerstag wird mit dem vierteljährlichen Inflationsbericht kombiniert. Die Unternehmen warten auf weitere Hinweise zum Tempo und Zeitpunkt von zukünftigen Zinserhöhungen in Großbritannien.

Am Freitag wird die Aufmerksamkeit auf den monatlichen US Arbeitsmarktbericht gerichtet, einschließlich der Nonfarm-Payroll Daten, die wichtigste Veröffentlichung im Wirtschaftskalender.

Die wichtigsten Währungen im Überblick:

GBP

Das Wirtschaftswachstum in Großbritannien fiel mit 2% auf annualisierter Basis im vierten Quartal wie erwartet aus. 2015 stieg die Wirtschaft um 1,9%, ein wenig unter unseren Erwartungen. Daher verschieben wir unsere Annahme zu einer Zinserhöhung der Bank of England auf das letzte Quartal 2016.

Trotz dieser leichten Verlangsamung bleibt die britische Wirtschaftsleistung im Vergleich relativ stark. Die kürzliche Schwäche des britischen Pfunds reflektiert die Furcht auf die Brexit Volksabstimmung. Sobald diese Befürchtungen sinken, sollten wir eine Erholung der Währung sehen.

Zunächst wird die jüngste Wertminderung des britischen Pfunds dazu beitragen einige Verluste im Nettohandel aus 2015, die durch frühere Kräftigung der Währung herbeigeführt wurden, wieder aufzuheben.

EUR

In der letzten Woche stieg die Inflation in der Eurozone von 0,2% auf 0,4% wieder leicht an. Allerdings wurde dies bereits erwartet und reflektiert daher nicht den massiven Rückgang der Energiekosten, der erwartungsgemäß in den nächsten Monaten auf die gemessene Inflationsrate durchsickern wird, da sich der viel geringere Ölpreise auf die Verbraucherpreise auswirken wird.

Auf Länderebene waren die Daten eher gemischt. Der deutsche IFO-Geschäftsklimaindex ist bedrohlich gesunken, während die Beschäftigung in Spanien wieder einen starken Monatsanstieg verzeichnete.

Mit der Veröffentlichung des monatlichen Berichts zur Arbeitslosigkeit und der Einzelhandelsumsätze werden wir eine neue Perspektive zum Zustand der Wirtschaft in der Eurozone bekommen.

USD

Die Federal Reserve hat in der letzten Woche, wie allgemein erwartet wurde, die Zinssätze unverändert gelassen. Dadurch war die Reaktion am Finanzmarkt eher gedämpft.

Der Bericht bestätigte die Volatilität am Finanzmarkt und erklärte, dass „globale Wirtschafts- und Finanzentwicklungen beobachtet und Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und die Inflation bewertet werden”. Für uns zeigt dies, dass Fluktuationen am Markt die Politik der Fed nur bei inländischen Effekten, besonders den Arbeitsmarkt betreffenden Auswirkungen beeinflusst.

Im Moment gibt es noch kein Zeichen dafür, dass dies passiert. Solange der US Arbeitsmarkt das Tempo zur Arbeitsplatzschaffung beibehält, denken wir weiterhin, dass die Fed die Zinssätze quartalsweise um 0,25% erhöhen wird.

Zinsmärkte scheinen die erwartete Zinsentwicklung in den USA unpassend zu bewerten. Unserer Ansicht nach ist die Wahrscheinlichkeit, dass die FOMC Mitglieder ihre aktuelle Meinung zur Erhöhung der Zinssätze pro Quartal ändern, äußerst gering.

Die anderen wichtigen Neuigkeiten aus den USA in der letzten Woche war die Veröffentlichung der Erwartungen zum Wachstum im letzten Quartal 2015. Wie erwartet war dies schwach und entsprach nur 0,7%. Der Wert wurde durch einen Rückgang in den Exporten gedrückt, was angesichts der Dollar-Stärke und einer Senkung der Vorräte, die in den folgenden Quartalen ausgeglichen werden sollte, nicht überraschend war.

Wir denken weiterhin, dass ein gesunder Arbeitsmarkt der Schlüssel zum US Wachstum ist. Wenn die USA das monatliche Niveau der Arbeitplatzschaffung auf etwa 200.000 hält, wird sich der Konsum und das Wachstum auf 2-3% erholen.

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Verfasst von Enrique Díaz-Álvarez

Chief Risk Officer bei Ebury. Engagiert sich für maßgeschneiderte Strategien zur Minderung von Wechselkursrisiken, detaillierte Markteinsichten und FXFC-Prognosen für Bloomberg.