Japanischer Yen steigt, US Dollar weiter unter Druck

Enrique Díaz-Álvarez09/Feb/2016Devisenmarkt

Ein Sturz in europäischen Bankaktien und der Rückgang des Ölpreises um mehr als 5% sorgten dafür, dass der Japanische Yen den gestrigen Handelstag als weltbeste Hauptwährung abgeschlossen hat und um 1,2% gegen den US Dollar anstieg.

Der Yen stieg auf ein 15-Monatshoch gegen den US Dollar und das nur zehn Tage nach der Schocknachricht der Bank of Japan zur Senkung des Einlagenzinssatzes in den negativen Bereich. Diese Art von Volatilität hat Unternehmen sicherlich dazu gedrängt die aktuellen Expositionswerte neu zu bewerten.

Währungen, die als riskanter angesehen werden, einschließlich das Britische Pfund, sind gestern gesunken. Die Währung hat gestern inmitten von Sorgen um einen Konjunkturrückgang in Großbritannien und Unsicherheit zum bevorstehenden EU Referendum ein 13-Monatstief gegen den Euro erreicht.

Als Konsequenz der Sterling-Rally gegen den Euro in 2014 und 2015 waren einige Unternehmen risikofreudiger, da eine weitere Stärkung des Britischen Pfunds erwartet wurde. Nun beobachten wir eine andere Mentalität und sehen, dass Unternehmen die budgetierten Kurse anpassen.

Rohstoffwährungen wurden auch gestern abverkauft. Allerdings blieb der US Dollar, nach der dramatischen Abnahme der letzten Woche, die für die Währung der höchste wöchentliche Rückgang seit Juli 2009 war, weiterhin stark unter Druck.

Der heutige Tag sollte im Bezug auf ökonomische Ankündigungen aktiver sein. Die Handelsdaten aus Deutschland und aus Großbritannien von heute Morgen haben bereits die Aufmerksamkeit von Unternehmen und Händlern auf sich gezogen. Die Handelsbilanz in Deutschland ist durch einen stärker als erwarteten Rückgang der Exporte leicht von 20,5 Mrd. auf 18,8 Mrd. Euro gesunken. Hauptaugenmerk der Woche ist die Ansprache der Fed-Präsidentin Janet Yellen vor dem US Kongress am morgigen Mittwoch. Dabei wird auf der ersten Rede nach der Zinserhöhung im Dezember speziell auf Hinweise für die weitere Zinsentwicklung in den USA geachtet, da sich die Erwartung der Märkte seit Dezember stark geändert hat.

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Verfasst von Enrique Díaz-Álvarez

Chief Risk Officer bei Ebury. Engagiert sich für maßgeschneiderte Strategien zur Minderung von Wechselkursrisiken, detaillierte Markteinsichten und FXFC-Prognosen für Bloomberg.