Yen erholt sich stark während Markt die volatile Woche optimistisch beendet

Enrique Díaz-Álvarez15/Feb/2016Devisenmarkt

Die globalen Finanzmärkte haben eine volatile Woche hinter sich. Davon waren auch die Währungsmärkte betroffen. Die Hauptwährungen haben sich gegen den US Dollar sehr unterschiedlich entwickelt. Yen, Schweizer Franken und auch der Rand verzeichneten hohe Gewinne, während der Brasilianische Real und der Mexikanische Peso deutlich abnahmen. Die meisten europäischen Währungen blieben nahezu unverändert.

Das Hauptaugenmerk der Woche lag auf der Fed Vorsitzenden, Janet Yellen, deren Aussagen gegenüber dem Kongress eher zurückhaltend und unverbindlich wirkten. Laut Yellen kann man noch immer mit einer Zinserhöhung im März rechnen, solange es keine signifikanten Marktrückgänge geben wird.

Grundsätzlich hatten Risikoanlagen bis Freitag eine schwierige Woche. Erst die Veröffentlichung positiver US Daten führte zu einer Erholung, so dass die Ölpreise in der Woche nahezu unverändert blieben und der globale Aktienmarkt knapp die Hälfte seiner Verluste wieder aufheben konnte.

Die aktuellen Marktbewegungen könnten darauf hindeuten, dass wir am Donnerstag eine Art Kapitulation beobachten konnten. Die Erholungen des Dollars und des Aktienmarktes am Freitag könnten ein Zeichen dafür sein, dass bestehende Positionen aus dem letzten Jahr (long Aktien, long US Dollar) nun bereinigt wurden. Wenn dies der Fall ist, erwarten wir, dass der Dollar seine allmähliche Wertsteigerung in den kommenden Monaten wieder aufnehmen wird.

Die wichtigsten Währungen im Überblick:

EUR

Das BIP Wachstum in Deutschland im vierten Quartal hat sich nach den Erwartungen entwickelt und ist mit moderaten 1,2% auf annualisierter Basis gewachsen. Der Haupttreiber des Wachstums war die Inlandsnachfrage. Exporte und die Industrieproduktion haben in letzter Zeit alle für negative Überraschungen gesorgt. Daher denken wir, dass die Bundesbank für weitere Lockerungsmaßnahmen zur kommenden EZB-Sitzung im März nicht im Weg stehen wird.

Wirtschaftsdaten aus der Eurozone haben in der letzten Woche eine negative Wendung vollzogen. Das Wachstum im vierten Quartal 2015 blieb träge und auf Jahresbasis ging das Wachstum von 1,6% im vorherigen Quartal auf nun 1,5% zurück. Bei Betrachtung einzelner Länder ist zu erwähnen, dass Portugal und Italien die Erwartungen beide enttäuscht haben. Die schlimmsten Neuigkeiten gab es aber zur Industrieproduktion aus Dezember, die sich den Erwartungen einer moderaten Steigerung widersetzt hat und um mehr als 1% schrumpfte. Diese Schwäche deutet sehr stark darauf hin, dass die EZB im März weitere Ankurbelungsmaßnahmen verkünden wird, die helfen sollten jegliche Erhöhungen der Gemeinschaftswährung zu beschränken.

GBP

In der letzten Woche gab es nur wenige Wirtschaftsnachrichten. Die Industrieproduktion für Dezember war mit -1,1% enttäuschend, obwohl ein Großteil dieser Schwäche auf das milde Wetter zurückzuführen ist. Andere Indikatoren blieben konsistent und weisen weiterhin auf ein Wirtschaftswachstum von 2,0% hin. Daher denken wir weiterhin, dass Erhöhungen der Bank of England schneller als vom Markt erwartet umgesetzt werden . Ausserdem gehen wir davon aus, dass wir die Tiefstkurse im Britischen Pfund, besonders gegen den Euro, gesehen haben.

USD

Die Neuigkeiten der letzten Woche über den Arbeitsmarkt (JOLTS Bericht, wöchentliche Forderungen) und die Einzelhandelsumsätze scheinen zu bestätigen, dass die US Inlandsnachfrage die einsetzende Verkaufswelle an den Märkten recht gut übersteht.

Janet Yellen, die Vorsitzende der Federal Reserve, war in ihrem Bericht für den US Kongress in der letzten Woche vorsichtig optimistisch gestimmt. Der Abstand zwischen Yellens Aussagen und den Zinsmärkten, die eine mögliche Zinserhöhung im März komplett verdrängen, scheint zu einer ernstzunehmenden Fehlbewertung zu führen, dessen Korrektur zu weiteren Gewinnen des US Dollars gegen die meisten Hauptwährungen führen sollte.

Erhalten Sie diese Marktupdates per E-Mail.

Print

Verfasst von Enrique Díaz-Álvarez

Chief Risk Officer bei Ebury. Engagiert sich für maßgeschneiderte Strategien zur Minderung von Wechselkursrisiken, detaillierte Markteinsichten und FXFC-Prognosen für Bloomberg.