‘Dot Plot’ belastet US Dollar während die anderen Währungen und Anlageklassen steigen

Enrique Díaz-Álvarez21/Mar/2016Devisenmarkt

Auf der letzten Sitzung der Federal Reserve in den USA war der Ton deutlich zurückhaltender. Die Fed scheint diesbezüglich im Einklang mit der Europäischen Zentralbank, der Bank of England und der Bank auf Japan zu sein.

Hervorzuheben ist, dass laut ‘Dot Plot’ nun vom Federal Open Market Committee weniger Zinserhöhungen für dieses Jahr erwartet werden. Die FOMC-Mitglieder rechnen nur noch mit zwei statt vier Erhöhungen in diesem Jahr und das hat auf den US Dollar gedrückt. Die US Währung ging gegen jede andere Hauptwährung stark zurück und beendete die Woche mit 1,5% auf handelsgewichteter Basis.

Die weltweiten Finanzmärkte haben von dieser Stimmung profitiert. Aktien, Kreditinstrumente und Rohstoffe stiegen an. Standard & Poor’s US 500 Index hat die bisherigen Verluste des Jahres nun komplett ausgeglichen. Dies war einer der Hauptgründe wieso die Fed ihre Erwartungen zu den Zinserhöhungen in diesem Jahr heruntergesetzt hat.

Die wichtigsten Währungen im Überblick:

EUR

Aus der Eurozone gab es nur wenige neue Daten.

Die Industrieproduktion ist im Januar um 2,1% gestiegen. Der Einfluss des starken Euros und die schwache globale Nachfrage haben diesen Wert noch nicht beeinflusst, so dass wir denken, dass das restliche erste Quartal etwas schwächer ausfallen wird.

Trotzdem konnte sich der Euro durch die FOMC Aussagen aufrecht halten und stieg stark gegen den US Dollar an. Dadurch konnte der Euro wieder den oberen Bereich der letzten 12 Monate erreichen.

USD

Wie bereits angenommen hat die Fed ihre Zielspanne für Bundesgelder unverändert bei 0,25 – 0,5% gelassen. Interessant ist allerdings, dass es eine Person gab, die einen sofortigen Zinsanstieg forderte.

Die Pressekonferenz war sehr neutral und beinhaltete Themen wie die globale Konjunkturabschwächung und finanzielle Volatilität, ohne den tatsächlichen Einfluss der US Wirtschaft auf das Ganze anzumerken.

Allerdings betonte Janet Yellen, Präsidentin der Fed, dass es im April möglicherweise eine weitere Zinserhöhung geben könnte. Aktuell wird dies im Markt komplett außer Acht gelassen.

Einhergehend mit dem ‘Dot Plot’ erwarten auch wir für dieses Jahr zwei kommende Zinserhöhungen. Allerdings sind die Märkte weiterhin niedriger eingepreist. Wir denken, dass es zu einem Aufwärtsdruck auf den US Dollar kommen wird, sobald diese unrealistischen Erwartungen des Marktes korrigiert werden und sich der Ansicht der Fed annähern.

Es wird deutlich, dass der Dollar-Aufschwung schrittweise erfolgen wird – mehr als ursprünglich erwartet. Daher werden wir unseren Zeitplan zur US Dollar Aufwertung revidieren.

GBP

Die Sitzung der Bank of England im März hielt für den Markt nur wenige neue Informationen über die Planung der Ausschuss-Mitglieder bereit.

Der Zinssatz und das QE-Ziel bleiben unverändert und das Protokoll wirkte neutral, obwohl es diesmal auch einige wenige Kommentare zu dem fehlenden Lohndruck in Großbritannien gab.

Der Arbeitsmarktbericht aus Großbritannien war ähnlich. Der Arbeitsmarkt verengt sich weiterhin, allerdings führt dies nicht zu schnellen Lohnerhöhungen. Die Arbeitslosenquote bleibt konstant bei 5,1%, während die Anzahl der Erstanträge auf Arbeitslosengeld wieder klar zurückging – mit 18.000 mehr als erwartet wurde.

Das Landesbudget für März 2016 wurde vom Währungsmarkt nahezu ignoriert. Wie erwartet hat Kanzler George Osborne darauf bestanden, dass die Regierung bei einem Haushaltsüberschuss bis 2020 bleiben soll. Allerdings gab es keine drastischen Sparmaßnahmen oder Steuererhöhungen.

Das britische Pfund hat von den gemäßigten Kommentaren des FOMC profitiert. Die Währung stieg um mehr als 1% auf handelsgewichteter Basis kurz nach der Veröffentlichung der Fed Aussagen.

Erhalten Sie diese Marktupdates per E-Mail.

Print

Verfasst von Enrique Díaz-Álvarez

Chief Risk Officer bei Ebury. Engagiert sich für maßgeschneiderte Strategien zur Minderung von Wechselkursrisiken, detaillierte Markteinsichten und FXFC-Prognosen für Bloomberg.