Eine volatile Woche an den Devisenmärkten endet mit starkem Ausverkauf an den Aktienmärkten

Enrique Díaz-Álvarez12/Sep/2016Devisenmarkt

Die Woche war gespickt mit Sitzungen der Zentralbanken, weshalb die Devisenmärkte innerhalb eines Tages stark schwankten.

Aufgrund der gemäßigten Äußerungen der Bank of Canada sowie der relativ restriktiven Aussagen der Riksbank entwickelten sich ihre jeweiligen Währungen in entgegengesetzte Richtungen. Der kanadische Dollar entwickelte sich unter den G10-Währungen am schlechtesten, während die schwedische Krone die beste Performance auswies. Dies zeigt abermals, dass die Politik der Zentralbanken fast der einzige Treiber der Devisenmärkte geworden ist.

Die Reaktion auf eine etwas weniger gemäßigte Haltung während der EZB-Sitzung als erwartet war unklarer. Das quantitative Lockerungsprogramm wurde nicht ausdrücklich verlängert, woraufhin der Euro am Donnerstag trotzdem abwertete. Dies zeigt uns, dass die Entwicklungen der vergangenen Wochen eher auf Positionsbereinigungen zurückzuführen sind als eine klare Trendwende.

Die äußert schwache Entwicklung am Aktienmarkt am Freitag wurde auf die restriktiven Äußerungen des Vorsitzenden der Bostoner Zentralbank Rosengren geschoben, wir sind mit dieser Erklärung allerdings nicht einverstanden, da Hr. Rosengren nichts Neues an den Tag legte.

Diese Woche werden erneut mehrere Zentralbank-Sitzungen in der Schweiz, Russland und Taiwan stattfinden. Die Inflation in Großbritannien sowie der Einzelhandel in den USA werden hauptsächlich den Devisenhandel leiten. Neben den Devisen stellt sich eine weitere wichtige Frage: Wie werden die Aktienmärkte auf den starken Ausverkauf von US-Aktien am späten Freitagabend reagieren?

EUR

Entgegen den meisten Erwartungen entschied sich die EZB dazu, ihren Entschluss der Verlängerung des quantitativen Lockerungsprogramms, das im März 2017 ausläuft, aufzuschieben. Überraschenderweise verlor der Euro gegenüber dem Dollar über den Tag hinaus nach einigem Zögern an Wert und wertete sich am Freitag inmitten einer allgemeinen Risikoaversion an den US-Märkten weiter ab.

Da diese Woche in der Eurozone keine Veranstaltungen erwartet werden, die die Märkte beeinflussen könnten, dürfte der Euro sich wohl im Einklang mit den Ereignissen in den USA entwickeln, insbesondere mit den Einzelhandelsumsätzen sowie der Ansprache von Fed-Gouverneur Brainard am Montag.

USD

Dem USD stand Anfang letzter Woche eine schwierige Zeit bevor, da die Umfragen im Dienstleistungssektor auf das niedrigste Niveau seit 2010 gefallen waren. Die unterschiedlichen Reaktionen auf die EZB-Sitzung und die restriktiven Aussagen von Rosengren stützten am Freitag jedoch den Dollar, auch wenn dies die US-Aktien einbrechen ließ.

Aller Augenmerk wird sich nun auf die morgige Ansprache von Fed-Gouverneur Brainard richten, da dies die letzte Möglichkeit für die Federal Reserve ist, um den Ton für die Septembersitzung anzugeben. Die nächste Woche veröffentlichten Einzelhandelsumsätze werden ebenfalls Informationen über den Zustand der US-Konjunktur liefern. Da sie jedoch von Monat zu Monat extrem schwanken, sind sie der unzuverlässigste Indikator am Markt.

GBP

Die wichtigste Veranstaltung für das Pfund Sterling ist diese Woche eindeutig die Sitzung der Bank of England am Donnerstag. Der Konsens (zu dem auch wir gehören) erwartet ein Wahlergebnis von 9:0 für eine Beibehaltung der Geldpolitik. Die kurzfristigen Nachrichten über die konjunkturellen Auswirkungen in Großbritannien durch das Votum für den Brexit waren positiver als erwartet und wir sind der Meinung, dass dies der BoE genügen wird, um ihre Haltung beizubehalten.

Unserer Meinung nach dürfte das Pfund Sterling sich für den Rest der Woche weiter in der jüngsten Spanne von 1,23 bis 1,34 befinden, sollten keine Überraschungen im Anlegerbericht auftauchen.

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Verfasst von Enrique Díaz-Álvarez

Chief Risk Officer bei Ebury. Engagiert sich für maßgeschneiderte Strategien zur Minderung von Wechselkursrisiken, detaillierte Markteinsichten und FXFC-Prognosen für Bloomberg.