Dollar steigt aufgrund robuster Inflationsdaten aus den USA

Enrique Díaz-Álvarez19/Sep/2016Devisenmarkt

Der Dollar wertete gegen Ende Woche wegen der starken Inflationszahlen auf. Die Kerninflation, die volatile Komponenten ausschließt, liegt nun über dem 2%-Ziel der Federal Reserve.

Diese Daten sind vor allem im Hinblick auf die anstehende Notenbanksitzung äusserst wichtig. Zwar erwarten wir, wie auch die meisten Ökonomen, dass die Zinsen nicht erhöht werden; Abweichungen einzelner Mitglieder sind aber wahrscheinlich. Wichtig sind auch die Aussagen in der anschliessenden Pressekonferenz, welche positiv sein sollten. Dies wird eine Zinserhöhung bis zum Dezember sehr wahrscheinlich machen.

Währenddessen fiel das Pfund wieder auf die vor Kurzem gesehenen Tiefstände gegenüber dem Euro und dem Dollar. Diese Abwertung beruht nicht auf bestimmten Neuigkeiten, da die Bank of England während ihrer September-Sitzung nur sehr wenige neue Informationen bekanntgab.

Diese Woche liegt ein besonderes Augenmerk auf dem kanadischen Dollar und dem mexikanischen Peso. Beide hatten eine schwierige Woche, da laut neuen Umfragewerten zur Präsidentschaftswahl Donald Trump Boden gegenüber Hillary Clinton gutgemacht hat. Dies sind die ersten sichtbaren Auswirkungen dieses atypischen US-Wahlzyklus auf die weltweiten Finanzmärkte.

EUR

Da es in der Eurozone so gut wie keine umfassenden Neuigkeiten gab, wurde der Euro in der vergangenen Woche quasi in Abhängigkeit von den Daten aus den USA gehandelt. Die Veröffentlichung von robusten Inflationsdaten am Freitag ließ ihn auf knapp unter 1,12 fallen. Diese Woche werden die wichtigsten europäischen Einkaufsmanagerindizes als Indikatoren für die Stimmung in der Wirtschaft veröffentlicht. Unserer Meinung nach dürften sich diese nur wenig verändert haben. Die kommenden Wochen sollten insgesamt eher ruhig sein, bis die EZB-Sitzung am 20. Oktober wieder in den Vordergrund tritt.

USD

Die wichtigsten Neuigkeiten aus den USA waren in der vergangenen Woche die US-Inflationszahlen für den August, die positiv überraschten. Die Ausgaben in den Bereichen Immobilien und Medizin verbuchten im Index für Kerninflation, der volatile Ernährungsmittel- und Energiekomponenten ausschließt, jeweils einen monatlichen Anstieg von 0,3%. Dabei handelt es sich um den heimischen Preisdruck, der nicht durch einen starken Dollar gemildert werden kann. Obwohl die Inflation einer der Hauptaspekte der amerikanischen Zinspolitik ist, werden die starken Augustzahlen kaum für eine Zinserhöhung ausreichen.

Da aber sowohl der Arbeitsmarkt, als auch die Inflation sehr robust sind, erwarten wir ein positives Statement in der anschliessenden Pressekonferenz.

GBP

Der Verfall des Pfundes lässt sich kaum auf die makroökonomischen Daten und die Aussagen der Bank of England zurückführen. Die Inflation war zwar leicht niedriger als prognostiziert, die Einzelhandelsumsätze und die Arbeitsmarktdaten für den Juli lagen aber im Bereich der Erwartungen. Dies bestätigt die sehr positiven Daten seit der Abstimmung vom 23.Juni. Aus den Äusserungen der Sitzung der Bank of England lässt sich herauslesen, dass eine weitere Zinssenkung im letzten Quartal 2016 noch nicht sicher ist. Diese Woche stehen keine signfikanten Daten an, weshalb sich das Hauptaugenmerk weg vom Pfund richtet.

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Verfasst von Enrique Díaz-Álvarez

Chief Risk Officer bei Ebury. Engagiert sich für maßgeschneiderte Strategien zur Minderung von Wechselkursrisiken, detaillierte Markteinsichten und FXFC-Prognosen für Bloomberg.