Dollar wertet ab, da der FOMC keine weiteren Maßnahmen ergreift

Enrique Díaz-Álvarez26/Sep/2016Devisenmarkt

Die Federal Reserve ließ letzte Woche davon ab, die Zinsen anzuheben.

Die verschiedenen Aussagen der Sitzung über den möglichen geldpolitischen Trend brachten die Märkte ein wenig durcheinander, letztendlich waren die Dollarskeptiker die gesamte Woche über jedoch leicht in der Mehrzahl, da der Dollar gegenüber den meisten großen Währungen leicht abwertete.

Die zwei großen Ausnahmen waren abermals der mexikanische Peso und das Pfund Sterling. Der erstgenannte litt weiterhin unter der Tatsache, dass Donald Trump in den Umfragen über die US-Präsidentschaftswahlen auf Hillary Clinton aufholt, während das letztgenannte erneut an Wert verlor, was jedoch rätselhaft ohne umfassende Neuigkeiten zustande kam.

Die US-Präsidentschaftswahlen stehen schließlich für die Devisenmärkte im Mittelpunkt. Diese Woche wird die erste der drei Debatten zwischen Hillary Clinton und Donald Trump stattfinden. Die meisten Zentralbanksitzungen sind nun vorbei, weshalb das Ergebnis der Debatte und die Reaktion der Devisenmärkte von Bedeutung sein werden, um die möglichen Währungstrends der Wochen bis hin zur Wahl im November zu definieren. Wir werden nach der Debatte einen Sonderbericht ausgeben, um die Ereignisse zu analysieren und für diese Wochen eine Orientierungshilfe zu bieten.

EUR

Die wichtige Erstveröffentlichung der Inflation in der Eurozone für September ist das Ereignis, dass diese Woche die Gemeinschaftswährung beeinflussen wird. Die Zahlen dürften sich nach dem vergangenen Monat (0,4% im Jahresvergleich) erholen, da die Energiepreise gestiegen sind. Die Kerninflation, die von größerer Bedeutung ist, dürfte jedoch bei 0,8% bleiben, was weit unter dem Ziel der EZB liegt. In Erwartung der Veröffentlichung am Freitag gehen wir allerdings davon aus, dass der Euro die Umfragen nach der Debatte zu den US-Präsidentschaftswahlen, die im Laufe der Woche veröffentlicht werden, als richtungsweisend betrachten wird.

USD

Bei der September-Sitzung des FOMC (Offenmarktausschuss der USA) war für jeden etwas dabei. Die Zinsen blieben unverändert, sowohl die Stellungnahme als auch die Konferenz der Vorsitzenden Janet Yellen lassen jedoch eine Zinsanhebung im Dezember vermuten, wobei auch der November noch nicht völlig aus dem Spiel ist. Des Weiteren sprachen sich drei der zehn Mitglieder gegen diese Entscheidung aus und forderten eine umgehende Zinsanhebung, was eine sehr ungewöhnliche Entwicklung darstellt. Der sogenannte „dot plot“, welcher die Zinserwartungen der Fed Mitglieder widerspiegeln, zeigt uns jedoch einen weiteren Rückgang der Erwartungen der FOMC-Mitglieder in Bezug auf die langfristige Richtung der Leitzinsen der Fed (Abbildung 1).

Abbildung 1: Federal Reserve September ‘Dot Plot’

Weekly 26.09.16

Quelle: Federal Reserve Datum: 21/09/2016

Nach einem anfänglichen Zögern scheinen die Trader der letzteren gemäßigten Entwicklung mehr Bedeutung zuzuordnen, woraufhin der Dollar gegenüber den meisten großen Währungen während den restlichen Wochentagen leicht abwertete.

Aller Augenmerk richtet sich nun auf die Präsidentschaftsdebatte am heutigen Abend. Wir sind der Meinung, dass die in den vergangenen Wochen zu beobachtende Annäherung von Donald Trump in den Umfragen sowohl von den Analysten als auch den Medien aufgebauscht wurde und dass Hillary Clinton bei Weitem als Favoritin für diese Wahlen gilt. Neben der zugestandenermaßen leichten Führung in den Umfragen ist das Wahlsystem des Electoral College, laut dem dem Gewinner eines Bundesstaats all seine Abgeordneten zufallen, für die demokratische Kandidatin von Vorteil. Wie bereits zuvor angegeben, werden wir einen umfassenderen Bericht über die US-Wahlen am Dienstag vorstellen – seien Sie gespannt!

GBP

Obwohl letzte Woche fast keine wichtigen Daten veröffentlicht oder geldpolitische Ankündigungen getätigt wurden, führte das Pfund Sterling seine verwirrende unterdurchschnittliche Performance gegenüber all den großen Währungen fort. Diese Woche werden ebenfalls sehr wenige neue Informationen zur Verfügung stehen und wir erwarten, dass das Pfund Sterling sich hauptsächlich in Abhängigkeit von Ereignissen außerhalb des Landes entwickeln wird. Wir sind jedoch der Ansicht, dass der jüngste Ausverkauf des Pfund Sterling überzogen ist und wären nicht überrascht, wenn es sich kurzfristig erholen würde.

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Verfasst von Enrique Díaz-Álvarez

Chief Risk Officer bei Ebury. Engagiert sich für maßgeschneiderte Strategien zur Minderung von Wechselkursrisiken, detaillierte Markteinsichten und FXFC-Prognosen für Bloomberg.