Das britische Pfund erholt sich aufgrund der Hoffnungen auf einen milden Brexit

Enrique Díaz-Álvarez16/Oct/2017Devisenmarkt

Der Pessimismus hat nachgelassen, da es Aussicht auf einen milden Brexit gibt. Die deutsche Presse berichtete, dass der EU-Verhandlungsführer Michel Barnier Unterstützung für eine 2-Jahres Übergangsphase sieht. Diese Aussicht unterstützt das britische Pfund. Der US-Dollar verlor gegen jede G10 Währung – mit Ausnahme der schwedischen Krone – aufgrund der US-Inflationsdaten für den September. Es scheint, dass die Inflation noch keinen Aufwärtsdruck auf die Preisentwicklung ausübt.

Die Politik wird in dieser Woche die Ereignisse am Währungsmarkt bestimmen. Dabei werden die Entwicklungen rund um die Unabhängigkeitsbemühungen Kataloniens Einfluss nehmen. Am heutigen Montag endet die madrilenische Frist zur Einlenkung in diesem Konflikt. Der Konflikt wird den Euro weiter unter Druck setzen. Die japanische Wahl wird Einfluss auf den japanischen Yen nehmen, genauso wie die Nachrichten über Neuverhandlungen der NAFTA Freihandelsabkommen den Kursverlauf des mexikanischen Pesos bestimmen wird.

 

Hauptwährungen im Detail

EUR

Da wir uns immer noch zwischen den EZB Sitzungen befinden, werden die politischen Risiken den Kursverlauf des Euros bestimmen. Der Vorstoß der konservativen, rechten Parteien in Österreich setzen den Euro im frühen asiatischen Handel unter Druck. Die madrilenische Frist läuft heute Morgen ab. Sollte es zu keinem Einlenken der katalonischen Regional-Regierung kommen, werden die ersten Schritte zur Wiederherstellung der Einheit unternommen. Und wäre das noch nicht genug, dauert die Regierungsbildung in Deutschland weiter an. Der politische Kalender überschattet hierbei die Reden weiterer EZB-Mitglieder.

GBP

Die Brexit Verhandlungen scheinen den ersten Fortschritt seit Wochen zu machen. Der EU-Verhandlungsführer Michel Barnier soll eine 2-Jahres-Übergangsphase unterstützen, wonach die britische Mitgliedschaft zum europäischen Binnenmarkt zwei Jahre nach der Frist im März 2019 abläuft, um ausreichend Zeit für die Verhandlungen des Nach-Brexit Abkommen zu ermöglichen.

Das britische Pfund steht vor einem wichtigen Test in dieser Woche, da die September-Zahlen der Inflation und die Arbeitslosendaten am morgigen Dienstag veröffentlicht werden. Die Märkte preisen eine Hauptinflation von 3% ein. Nach unserer Ansicht führt dies zu einer Leitzins-Erhöhung im November und wird das britische Pfund zusätzlich unterstützen.

USD

In der letzten Woche waren die Nachrichten für den US-Dollar gemischt. Das Protokoll der letzten Notenbank-Sitzung zeigte, dass einige Mitglieder über das Ausbleiben der Inflation beunruhigt sind. Die Bestätigung wurde mit den Inflationsdaten für den September am letzten Freitag veröffentlicht. Der Wert lag bei 2,2% und wurde hauptsächlich durch die höheren Energiekosten getragen. Der Inflationswert – ohne den Energie- und Nahrungsmittelsektor – lag bei lediglich 1,7%. In den kommenden Monaten benötigen die FOMC Mitglieder Inflationswerte von mehr als 2,0%, um unsere prognostizierten Leitzinserhöhungen für das Jahr 2018 zu erreichen.

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Verfasst von Enrique Díaz-Álvarez

Chief Risk Officer bei Ebury. Engagiert sich für maßgeschneiderte Strategien zur Minderung von Wechselkursrisiken, detaillierte Markteinsichten und FXFC-Prognosen für Bloomberg.