Fed Vorsitz bestimmt - Euro in der Zinsfalle

Enrique Díaz-Álvarez06/Nov/2017Devisenmarkt

Die G10 Währungen haben in der letzten Woche in einer engen Handelsspanne gehandelt.

Die Ernennung von Jerome Powell zum Fed-Vorsitzenden wirkt beruhigend. Herr Powell gilt als Konsens-orientierter Politiker, der für Kontinuität sorgen wird und weitgehend der Politik von Janet Yellen folgen wird. Die Nachrichten aus Katalonien waren weniger dramatisch. Der US-Arbeitsmarktbericht wird nach wie vor von den Wirbelstürmen beeinflusst. Die Währungsmärkte sehen daher keinen Grund zur Veränderung. Folgerichtig endeten alle G10 Währungen innerhalb einer Spanne von 1% im Vergleich zum Wochenstart.

Bei den Emerging Markets Währungen sahen wir eine weitere Abschwächung der Türkischen Lira, da trotz der steigenden Inflation der politische Druck auf die Zentralbank – keine Zinserhöhung vorzunehmen – bleibt.

In der kommenden Wochen werden keine wesentlichen Wirtschaftsdaten veröffentlicht. Der Fokus wird daher auf den Fortschritten des US-Steuerprogramms und der Brexit-Verhandlungen liegen.

 

Hauptwährungen im Detail

EUR

Die schwachen Inflationsdaten für den Oktober wurden am vergagenen Montag kaum vom Markt betracht.

Dieser Reaktionsmangel ist sehr verwirrend. Die Hauptinflation sank von 1,5% im Vormonat auf 1,4%.

Noch besorgniserregender ist, dass die Kerninflation von 1,1% auf 0,9% zurückgegangen ist. Wir erwarten, dass die EZB ihre Inflationsprognosen auf Ihrer Dezember Sitzung revidieren wird. Die Aussichten für eine Zinsanhebung in der Eurozone rückt somit in weite Ferne. Aufgrund des größer werdenden Zinsdifferenzials zwischen der USA und der Eurozone wird der Druck auf die Gemeinschaftswährung weiter anhalten.

In der kommenden Woche werden keine wesentlichen Wirtschaftsdaten veröffentlicht, sodass die Richtung des Euros durch andere Nachrichten bestimmt wird.

 

USD

Die Märkte atmen nach der Ernennung von Jerome Powell zum Fed-Vorsitzenden durch. Es wird erwartet, dass die Ernennung nur geringe Veränderungen zur bisherigen Politik von Janet Yellen mit sich bringt wird.

Die Fed hat letzte Woche wenig Informationen erhalten, sodass die Leitzinserhöhung im Dezember weiter im Plan liegt. Die Arbeitsmarktdaten für den Oktober zeigten eine starke Erholung in Bezug auf Arbeitsplätze. Zudem fielen die Löhne. Beides wurde von den beiden Wirbelstürmen beeinflusst.

In der kommenden Woche werden keine fundamentalen Daten veröffentlicht. Daher wird der Fokus auf den Auswirkungen der US Steuersenkungen bei Vollbeschäftigung liegen. Insgesamt glauben wir, dass dies den US-Dollar stärken wird.

 

GBP

Vor und nach der Leitzzinserhöhung der Bank of Englanf sahen wir einen eindeutigen Fall von „buy the rumor, sell the news“.

Das britische Pfund konnte sich seit dem Sommer deutlich erholen, da sich der Grad der Sicherheit erhöhte. Die Folgen der tatsächlichen Zinserhöhung waren unangenehm für das britische Pfund. Die Märkte fokussierten sich auf die Revidierung der Aussage, dass die Zinsen stärker steigen müssten als es die Märkte erwarteten. Wir stellen fest, dass die Prognosen für Wachstum und Inflation unverändert bleiben und dass Gouverneur Carney zwei weitere Zinserhöhung als notwendig erachtet. Wir sehen den derzeiten Ausverkauf des britischen Pfund als überzogen an.

 

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Verfasst von Enrique Díaz-Álvarez

Chief Risk Officer bei Ebury. Engagiert sich für maßgeschneiderte Strategien zur Minderung von Wechselkursrisiken, detaillierte Markteinsichten und FXFC-Prognosen für Bloomberg.