Hoffnungen auf eine Große Koalition und starke Wirtschaftsdaten unterstützen den Euro.

Enrique Díaz-Álvarez27/Nov/2017Devisenmarkt

Die Nachricht, dass nach dem Ende der Jamaika-Koalitionsgespräche eine große Koalition im Raum steht, unterstützt die Gemeinschaftswährung. Zudem klettern die Indizes der Wirtschaftsaktivitäten auf ein neues 7-Jahres-Hoch. Andere europäische Währungen, wie das britische Pfund, ziehen im Windschatten des Euros mit an. Die Verharren der US-Zinsen auf dem aktuellen Niveau konnte den US-Dollar nicht weiterhelfen.

In der kommenden Woche werden viele wirtschaftliche Daten veröffentlicht. Die PMI Geschäftsaktivitäten, das BIP Wachstum des 3. Quartals und die entscheidenden Inflationsdaten werden veröffentlicht. Wir fokussieren uns hierbei auf die US –Verbraucherpreis Schätzung und auf die Kerninflations-Erwartungen in der Eurozone. Beide werden am Donnerstag veröffentlicht.

 

Hauptwährungen im Detail

USD

In der Thanksgiving Woche wurden – wie gewohnt – kaum Daten in den USA veröffentlicht. Das Protokoll der letzten Notenbank-Sitzung hat die erwartete Leitzinserhöhung im Dezember bestätigt. Allerdings herrscht weiterhin Skepsis auf den Märkten wie die weitere Zinspolitik nach der kommenden Leitzinserhöhung aussehen wird.

EUR

Neben der Veröffentlichung der Inflationsdaten – insbesondere die Verbraucherausgaben – wird der Fortschritt des US-Steuerpakets im US Kongress die Währungsmärkte bestimmen. Dabei steigt der Composite-Index auf ein neues Allzeit-Hoch. Da die PMIs das aktuellen Wirtschaftswachstum übertreffen, ist die Wirtschaftsstärke unbestreitbar.Jedoch liegt der Fokus der EZB weiterhin auf dem niedrigen Inflationsniveau. Die Veröffentlichung der Verbraucherpreisentwicklungen in der kommenden Woche wird die wichtigste Nachricht für die Eurozone darstellen. Die Kerninflation wird weiterhin bei bei 1% oder niedriger liegen, sodas das negative Zinsumfeld für die absehbare Zukunft bleiben wird.

GBP

Das Haushaltbudget für 2018 wurde in der vergangenen Woche veröffentlicht. Es berücksichtigt ein kleines zukünftiges Wachstum, eine Produktivitätssteigerung und höhere Arbeitslöhne.Jedoch ignorieren die Währungsmärkte diesen Wirtschaftsausblick. Der Fokus liegt weiterhin auf den Brexit-Verhandlungen mit der Europäischen Kommission. Das nächste Treffen des europäischen Rat findet am 14.-15. Dezember statt. Sollten die Abgeordneten zu der Entscheidung kommen, dass aufgrund des guten Fortschritts der Verhandlungen die nächste Phase eingeläutet warden kann, verringern sich die Chancen auf einen harten Brexit. Dies sollte das britische Pfund deutlich stärken. Allerdings ist der Ausgang des Meetings ungewiss, sodass wir stärkere Schwankungen in den Wochen bis zum Treffen erwarten.

 

 

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Verfasst von Enrique Díaz-Álvarez

Chief Risk Officer bei Ebury. Engagiert sich für maßgeschneiderte Strategien zur Minderung von Wechselkursrisiken, detaillierte Markteinsichten und FXFC-Prognosen für Bloomberg.