Das britische Pfund widererstarkt auf den Hoffnungen des Brexit Deals

Enrique Díaz-Álvarez03/Dec/2017Devisenmarkt

Das Pfund wurde durch starke Daten aus dem Vereinigten Königreich gestützt. Zudem ist Premierministerin May bereit, ihr Angebot für den Betrag zu erhöhen, der zur Erfüllung der britischen Verpflichtungen gegenüber der EU im Rahmen des Brexit-Austritts gezahlt werden muss. Infolgedessen stieg das Pfund gegen jede andere wichtige Währung. Während der Euro und der US-Dollar in einer engen Bandbreite handelten. Am Freitag folgte der US-Senat dem Weißen Haus und genehmigte eine deutliche Senkung der US-Unternehmenszinsen.

Das Warten auf die anstehenden Sitzungen der EZB und der Fed Die Woche sollte relativ ruhig sein, da die Märkte auf die EZB- und Fed-Sitzung warten. Lediglich die am Dienstag stattfindende Sitzung der Reserve Bank of Australia und die Daten der amerikanischen Gehaltsentwicklung für November am Freitag werden zu einem volatilen Handel führen.

 

Hauptwährungen im Detail

USD

Eine sehr ruhige Woche mit wenig Daten oder neuen Informationen aus den USA endete am Freitag mit Nachrichten, dass die Senats-Republikaner es geschafft hatten, das Steuerpaket zu verabschieden, das darauf abzielt, den Körperschaftsteuersatz dramatisch zu senken. Das Weiße Haus hatte bereits seine eigene Version verabschiedet und der Gesetzesentwurf geht nun zur Anhörung in den Senat und in das Repräsentantenhaus. Wir erwarten keine Probleme für die republikanische Führung. Der Dollar reagierte im asiatischen Handel positiv. Dieser zusätzliche fiskalische Stimulus wird eine US-Wirtschaft treffen, die sich bereits der Vollbeschäftigung nähert. Einige Mitglieder der US-Notenbank – unter anderem Bill Dudley – warnen vor  den implizierten Zinserhöhungen aufgrund der anstehenden Steuersenkung. Dies sollte bis 2018 positiv für den Dollar sein.

 

EUR

In der kommenden Woche werden wenig wirtschaftliche Daten für die Eurozone veröffentlicht. Das wichtigste Datum ist die Veröffentlichung der deutschen Industrieproduktion am Donnerstag. Abgesehen davon werden sich die Märkte auf Schlagzeilen über den Fortschritt der deutschen Koalitionsgespräche konzentrieren. Wir erwarten das Abwarten des Euros bis zur kommenden EZB-Sitzung in der nächsten Woche.

 

GBP

Gemäß verschiedenen Berichten sind die europäischen Unterhändler bereit, den Brexit-Gesprächen zu erlauben, beim Europäischen Rat im Dezember in die nächste Stufe einzutreten, trugen zur positiven Stimmung für das britische Pfund bei. Die größte Unsicherheit besteht in der Einigung über den Status der irischen Grenze. Die Märkte schauen jetzt auf Daten der PMI-Geschäftsaktivitäten im Dienstleistungssektor. Unseres Erachtens sind die Risiken auf eine Aufwärtsüberraschung ausgerichtet, die der jüngsten Sterling-Rallye weitere Impulse geben könnte.

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Verfasst von Enrique Díaz-Álvarez

Chief Risk Officer bei Ebury. Engagiert sich für maßgeschneiderte Strategien zur Minderung von Wechselkursrisiken, detaillierte Markteinsichten und FXFC-Prognosen für Bloomberg.